Bei der Entwicklung und Bereicherung des Wortschatzes der mongolischen Sprachen kommt den Entlehnungen ein wichtiger Platz zu, von denen ein großer Teil buddhistischer Wortschatz ist. Dieser Artikel widmet sich der Etymologie, Struktur und Semantik entlehnter buddhistischer Begriffe aus fremden Sprachen unter Berücksichtigung ihrer textlichen Funktion. Buddhistische Begriffe gelangten über das Uigurische aus dem Sogdischen, Sanskrit und dann direkt aus dem Tibetischen in die mongolischen Sprachen, dank der Übersetzungen buddhistischer Werke in die alten mongolischen und oiratischen Schriftsprachen. Einen unschätzbaren Beitrag zur Verbreitung des buddhistischen Kanons unter den mongolischsprachigen Völkern leisteten Übersetzer — Experten für Sanskrit, Tibetisch, altmongolische Schrift und oiratische „klare Schrift“ („todo bichig“). Die Ursprünge der oiratischen Übersetzungstradition wurden vom Schöpfer der altkalmückischen Schrift, dem hervorragenden Aufklärer Zaya-pandita Namkhai Jamtso, gelegt. Die Aufgabe, wichtige buddhistische Begriffe zu studieren, zu verstehen und zu systematisieren, ist derzeit äußerst aktuell. In dem Artikel werden am Beispiel der Oirat-Übersetzung (in die kalmückische Sprache) der tibetischen Version des Sanskrit-Textes „Hymne 21 Tara“ und der Oirat-Version des tibetischen Originalwerks „Subhashita“ („Kostbarer Schatz eleganter Sprüche“) einige kalmückische buddhistische Begriffe unter Verwendung mongolischer, Sanskrit- und tibetischer Entsprechungen betrachtet. Der Autor des zweiten schriftlichen Denkmals ist der berühmte tibetische Gelehrte des 13. Jahrhunderts Sakya-pandita Kunga-Jaltsan (1182-1251). Die betrachteten Texte gehören verschiedenen Literaturgenres an.